Reisebüro

Die klassische Aufgabe des Reisebüros – auch eines Online-Reisebüros, eines Online-Buchungsportals oder Supermarktreisedienstes – ist zunächst vor allem die Vermittlung von Fremdleistungen im Reisesektor. So wird in der Regel der Abschluss eines Reisevertrages vermittelt, indem die Leistungen eines Reiseveranstalters verkauft werden. Daneben können auch Leistungen vermittelt werden, die inhaltlich nicht unter die §§ 651a ff. BGB fallen, etwa der Verkauf einzelner Fahrkarten.

In beiden Fällen kommt nach den §§ 675, 631 BGB mit dem Reisebüro ein sogenannter Geschäftsbesorgungsvertrag zustande.

Werden Leistungen eines Reiseveranstalters durch das Reisebüro vermittelt, schließt der Reisende mit dem Reiseveranstalter unter Einschaltung des Reisebüros als Stellvertreter nach § 164 BGB einen Reisevertrag, zugleich aber, wie oben ausgeführt, einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit dem Reisebüro selbst.

Das Reisebüro wird somit nach herrschender Meinung in einer Doppelfunktion tätig.

Gegen das Reisebüro bestehen demnach keine Gewährleistungsansprüche wegen Mängeln der vermittelten Leistung, also der gebuchten Reise (diese sind direkt gegenüber dem Reiseveranstalter geltend zu machen). Denkbar sind aber Schadensersatzansprüche wegen einer sogenannten Schlechterfüllung oder wegen eines Verschuldens bei Vertragsverhandlungen des oben genannten Geschäftsbesorgungsvertrages – also etwa durch schuldhafte fehlerhafte Beratung oder Information (Mitteilung einer falschen Reisezeit, unrichtige Auskunft über Einreisebestimmungen, verspätete Zusendung von Flugscheinen), oder durch die Weiterleitung der Zahlung des Kunden an den später Pleite gegangenen Reiseveranstalter ohne Sicherungsschein.

Das Reisebüro kann aber natürlich auch selbst Reiseveranstalter sein, indem es in eigener Verantwortlichkeit und Regie Reisen organisiert bzw. zusammenstellt und anbietet.

TIPP

  • Vergewissern Sie sich, dass alle Buchungsvorgaben, Sonderwünsche, Erklärungen und Zusicherungen des Reisebüros schriftlich dokumentiert sind. Prüfen Sie in diesem Zusammenhang insbesondere das Reise-Anmeldungsformular.
  • Achten Sie auch darauf, dass die Buchungsbestätigung des Reiseveranstalters mit Ihren Buchungswünschen übereinstimmt.
  • Zwar haftet das Reisebüro, wie soeben ausgeführt, für Beratungs- und Vermittlungsfehler. Voraussetzung hierfür ist aber regelmäßig, dass Sie dem Reisebüro klare Buchungsvorgaben gemacht haben (Schriftform, Zeugen).
  • So haftet etwa das Reisebüro nur dann dafür, Ihnen den günstigsten Anbieter der von Ihnen gewünschten Reise zu vermitteln, wenn es hierfür ausdrücklich von Ihnen beauftragt wurde und eine entsprechende Verpflichtung übernommen hat.
  • Es ist durchaus möglich, dass Ansprüche gegen das Reisebüro und gleichzeitig gegen den Reiseveranstalter bestehen.